Bevölkerungsschutz

Gut vorbereitet – für den Fall der Fälle

Die Gemeinde Walzbachtal ist im Katastrophenschutz gut aufgestellt. Wir haben durchdachte Konzepte, klare Zuständigkeiten und sind vorbereitet – um im Notfall schnell und wirksam handeln zu können.

Doch was genau ist eigentlich eine Katastrophe? Und wann spricht man von einer Krise?

Alltag, Ausnahmezustand, Katastrophe – was ist der Unterschied?

Nicht jeder Einsatz ist gleich eine Katastrophe. Ein Wohnhausbrand, ein Verkehrsunfall oder ein lokaler Stromausfall – das sind Ereignisse, mit denen unsere Einsatzkräfte im Alltag routiniert umgehen.
Außergewöhnliche Lagen wie ein Flugzeugabsturz, ein Amoklauf oder ein Bombenfund verlangen bereits ein koordiniertes Vorgehen vieler Stellen. Doch wenn das Ausmaß größer ist – wie bei einer Pandemie, einem schweren Erdbeben, einem großflächigen Stromausfall oder einem Jahrhunderthochwasser – dann spricht man von einer Katastrophe.
In diesem Fall reicht die reguläre Gefahrenabwehr nicht mehr aus. Es braucht ein umfassendes Zusammenspiel vieler Behörden und Organisationen unter einheitlicher Leitung.

Eine Krise ist häufig die Folge einer solchen Katastrophe – sie kann sich über Tage, Wochen oder sogar Monate ziehen. Und: Sie ist immer dynamisch. Pläne sind wichtig, aber genauso wichtig ist Flexibilität. Denn jede Lage ist anders.

Wer ist verantwortlich im Katastrophenfall?

Die Katastrophenschutzstrukturen sind klar geregelt:

  • Innenministerium Baden-Württemberg – oberste Katastrophenschutzbehörde
  • Regierungspräsidium Karlsruhe – höhere Katastrophenschutzbehörde
  • Landratsamt Karlsruhe – untere Katastrophenschutzbehörde (mit Kreisbrandmeister Jürgen Bordt als Einsatzleiter)

Bei einer Katastrophe übernimmt das Landratsamt die Leitung der Maßnahmen. Die Gemeinden, also auch Walzbachtal, sind ein Teil dieses Teams. Bei einer Krise jedoch liegt die Verantwortung für die Bewältigung bei der Kommune selbst – und das heißt: Wir müssen dafür sorgen, dass Strom, Trinkwasser- und Abwasserentsorgung und öffentlicher Nahverkehr so gut wie möglich aufrechterhalten werden.

Jeder Einzelne ist gefragt - Selbstschutz im eigenen Interesse!

Letztlich ist es jedoch notwendig und die Pflicht jedes Einzelnen geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Katastrophenschutz funktioniert nicht ohne persönliche Vorsorge. Jeder Bürger und jede Bürgerin sollte vorbereitet sein – denn in einer echten Notlage kann niemand erwarten, sofort Hilfe zu bekommen. Auch wir als Gemeinde können dann nicht alles leisten.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) stellt wichtige Fragen:

  • Haben Sie einen Vorrat zu Hause, wenn ein Sturm alles lahmlegt?
  • Sind Ihre wichtigsten Dokumente griffbereit, wenn Sie das Haus plötzlich verlassen müssen?
  • Wissen Sie, wie Sie im Notfall an Informationen kommen?

Die ganz grobe Empfehlung lautet:
Vorräte für 14 Tage, ein batteriebetriebenes Radio um die Informationen der Behörden zu verfolgen, ein vollgetanktes Auto – das kann entscheidend sein. Denn wenn der Strom weg ist, läuft auch sonst kaum noch etwas: kein Wasser, kein Herd, kein Telefon, kein Internet.


Bereiten Sie sich vor – für Ihre Sicherheit und die Ihrer Familie!
Denn im Ernstfall zählt jede Minute. Und jeder, der vorbereitet ist, hilft mit.

Die Gemeinde Walzbachtal empfiehlt dafür den Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie speziell für Starkregenereignisse die Broschüre Pflicht und Möglichkeiten der Eigenvorsorge für den Hochwasserfall des Ministeriums für Umwelt-, Klima- und Energiewirtschaft, welche im Rathaus und in der Verwaltungsstelle erhältlich sind. 

Im Katastrophenfall zählt jede Minute. Damit die Bevölkerung schnell und zuverlässig vor Gefahren wie Unwetter, Großbränden oder anderen akuten Gefahrenlagen gewarnt werden kann, nutzt die Gemeinde Walzbachtal das Modulare Warnsystem (MOWAS).

MOWAS ist ein bundesweites Warnsystem, das vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) betrieben wird. Es ermöglicht es den zuständigen Behörden, Warnmeldungen in Echtzeit zu verbreiten – über viele verschiedene Kanäle gleichzeitig:

  • Warn-Apps wie NINA, BIWAPP oder Katwarn
  • Rundfunk und Fernsehen
  • Digitale Anzeigetafeln
  • Internetseiten und soziale Medien
  • Sirenenanlagen

Was bedeutet das für Sie?
Im Ernstfall erhalten Sie schnell eine Warnung – zum Beispiel bei einem Großbrand mit starker Rauchentwicklung, Hochwasser oder einer anderen Gefahrensituation. Die Meldung enthält meist konkrete Verhaltenshinweise, wie etwa: Fenster schließen, das Gebiet meiden oder Schutzräume aufsuchen.

Unser Tipp: Installieren Sie die kostenfreie Warn-App NINA auf Ihrem Smartphone. So sind Sie jederzeit aktuell informiert – nicht nur über lokale Gefahren in Walzbachtal, sondern auch unterwegs in ganz Deutschland.

Sicherheit geht uns alle an. Mit MOWAS ist Walzbachtal im Ernstfall gut vernetzt und vorbereitet.


Cell Broadcast – Warnung ohne App

Zusätzlich zum App-basierten Warnsystem wird seit 2023 auch das Cell Broadcast-System genutzt. Dabei wird eine Warnmeldung direkt auf Ihr Mobiltelefon geschickt – ähnlich wie eine SMS. Das funktioniert ohne App und erreicht auch Menschen, die keine mobilen Daten nutzen.
Wichtig: Damit Cell Broadcast funktioniert, muss Ihr Handy eingeschaltet, empfangsbereit und technisch kompatibel sein (die meisten modernen Geräte sind es).

Fazit: Ob per App oder Cell Broadcast – Walzbachtal ist Teil eines starken Warnsystems, das im Ernstfall schnell Leben schützen kann. Bleiben Sie informiert – und bleiben Sie sicher!

Was ist ein Notfalltreffpunkt?
Ein Notfalltreffpunkt ist ein Ort, an den Sie sich im Falle eines größeren Stromausfalls oder einer anderen Notsituation wenden können. Dort erhalten Sie wichtige Informationen, können Hilfe anfordern oder mit Behörden Kontakt aufnehmen – auch wenn Telefon oder Internet nicht mehr funktionieren.

Wo befinden sich die Notfalltreffpunkte in Walzbachtal?
In Walzbachtal gibt es zwei Anlaufstellen, die Teil unseres kommunalen Krisenkonzepts sind:

  • Böhnlichhalle Wössingen
    Offizieller Notfalltreffpunkt der Gemeinde
    Ausstattung: u.a. mit Stromerzeugern, Informationsmaterialien, Funkverbindung
    Unterstützt durch das Land Baden-Württemberg mit einem Musterausstattungspaket
  • Kindergarten Regenbogen Jöhlingen
    Zusätzliche Ausweichunterkunft für besondere Bedarfslagen
    Im Krisenhandbuch der Gemeinde hinterlegt

Wofür sind diese Einrichtungen da?
Die Notfalltreffpunkte helfen in Situationen, in denen die normale Versorgung zusammenbricht – z. B. bei einem flächendeckenden Stromausfall. Sie bieten:

  • Wichtige Informationen zur Lage
  • Hilfe bei medizinischen Notfällen oder Versorgungsengpässen
  • Kontaktaufnahme zu Notdiensten und Behörden
  • Orientierung für betroffene Bürgerinnen und Bürger

Muss ich mir Sorgen machen?
Nein – aktuell gibt es keine akute Gefahrenlage. Die Gemeinde Walzbachtal trifft diese Vorkehrungen vorsorglich, um im Notfall handlungsfähig zu bleiben und Sie bestmöglich zu unterstützen.

Haben Sie Fragen oder möchten mehr erfahren?
Dann wenden Sie sich gerne an das Rathaus Walzbachtal, Bereich Bevölkerungsschutz. Wir informieren Sie gerne über unser Krisenkonzept und geben Hinweise, wie Sie sich selbst vorbereiten können.

Weitere Informationen finden Sie hier

Aufgrund des Klimawandels muss künftig verstärkt mit Unwetterereignissen gerechnet werden. Dies kann neben Sturmschäden an Gebäuden, Hochwasser und Störungen im Straßenverkehr auch einen länger anhaltenden Stromausfall zur Folge haben. Eine gute Vorbereitung auf eine Notsituation ist daher von größter Wichtigkeit.
 
Denken Sie bereits bei der Ankündigung gefährlicher Wetterlagen daran, Ihre Dächer, Bäume und Gegenstände im Freien vorher anzuschauen und gut zu sichern. So kann schon im Vorfeld größerer Schaden vermieden werden. Im Übrigen obliegt jedem Einzelnen die Pflicht, die notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um Schäden anderer zu verhindern ( Verkehrssicherungspflicht gemäß §§ 823 ff BGB),  z.B. morsche Bäume zu fällen, sowie Gartenmöbel und Mülltonnen bei starkem Unwetter zu sichern.

Bereiten Sie sich auf den Fall der Fälle vor und nehmen Sie sich die Zeit, über Ihre persönliche Notfallplanung nachzudenken.

So können Sie zum Beispiel vorsorglich Trinkwasserkanister befüllen, Handys und Powerbanks aufladen, Taschenlampen und Kerzen bereitstellen und ausreichend Lebensmittel bevorraten, wenn sich eine besondere Unwetterlage ankündigt, damit Sie für einen eventuell eintretenden Stromausfall oder sonstige Schadenslagen gerüstet sind. Ist ein Notfall erst eingetreten, ist es für Vorsorgemaßnahmen meist zu spät! Generell ist es sehr ratsam, sich rechtzeitig auf Katastrophenfälle vorzubereiten. Wenn es brennt, müssen Sie sofort reagieren. Wenn Sie und Ihre Familie evakuiert werden müssen, können Sie nicht erst beginnen, Ihr Notgepäck zu packen. Wenn der Strom für Tage ausfällt, sollten Sie einen Notvorrat im Haus haben.

Hochwassergefahr – Bin ich betroffen?
Starkregen, übertretende Bäche oder ansteigende Flüsse – Hochwasser kann plötzlich auftreten und große Schäden anrichten. Um sich richtig schützen zu können, ist es wichtig zu wissen: Bin ich oder ist mein Zuhause gefährdet?

Was zeigt die Hochwassergefahrenkarte?
Das Land Baden-Württemberg hat sogenannte Hochwassergefahrenkarten erstellt. Sie zeigen, welche Siedlungsbereiche bei einem Hochwasser betroffen wären – je nach Stärke des Ereignisses:

  • HQ10: Hochwasser, das im Schnitt alle 10 Jahre vorkommt
  • HQ50: Hochwasser, das etwa alle 50 Jahre zu erwarten ist
  • HQ100: Hochwasser, das statistisch einmal in 100 Jahren auftritt
  • HQextrem: Ein außergewöhnlich starkes Hochwasser, das noch seltener vorkommt – aber trotzdem möglich ist

Diese Karten machen sichtbar, wie weit sich das Wasser in solchen Fällen ausbreiten kann. Damit sind sie eine wichtige Grundlage für Eigenvorsorge, Planung und Schutzmaßnahmen.

Warum ist das wichtig?
Nur wer weiß, ob das eigene Haus, Grundstück oder die Wohngegend gefährdet ist, kann rechtzeitig Vorsorge treffen – und so Schäden minimieren oder ganz vermeiden. Hochwasserschutz beginnt mit Information und Vorbereitung.

 
Wo finde ich diese Informationen?
Die Hochwassergefahrenkarten können von allen Bürgerinnen und Bürgern eingesehen werden –
im Rathaus Walzbachtal während der üblichen Öffnungszeiten. Zusätzlich bietet das Landesamt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) einen online Kartendienst an, in dem die Hochwassergefahrenkarten für die verschiedenen HQ Szenarien einsehbar sind.

Broschüre Pflicht und Möglichkeiten der Eigenvorsorge für den Hochwasserfall.

Broschüre Was tun wenn Hochwasser droht?

Sehr hilfreich ist auch die  App Meine Pegel , die amtliche Wasserstands- und Hochwasser-Informations-App mit rund 3.000 Pegeln in Deutschland. Die App informiert über den aktuellen und vorhergesagten Wasserstand, zum Beispiel des eigenen Pegels. 

Informieren Sie sich frühzeitig – für Ihre Sicherheit und die Ihrer Familie.