Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof in Wössingen ist ein besonderer Ort. Er erinnert an jüdische Familien, die früher hier gelebt haben und Teil unseres Ortes waren.

Schon ab dem Jahr 1530 lebten jüdische Menschen in Wössingen. Im Jahr 1802 gab es zwölf jüdische Familien mit einer eigenen Synagoge. Später wuchs die Gemeinde weiter. 1885 lebten fast 100 jüdische Menschen in Wössingen.

Der jüdische Friedhof wurde 1887 angelegt. Heute sind dort noch 46 Grabsteine erhalten. Das letzte Begräbnis fand im Jahr 1936 statt.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die letzten jüdischen Menschen aus Walzbachtal im Jahr 1940 weggebracht. Nur eine Frau, Sara Fried, überlebte diese schlimme Zeit.

Der jüdische Friedhof ist heute das einzige sichtbare Zeichen jüdischen Lebens in Walzbachtal. Er erinnert uns daran, wie wichtig Respekt, Erinnerung und ein gutes Miteinander sind.

Der Friedhof kann nach vorheriger Absprache mit der Gemeinde besucht werden. (standesamt(at)walzbachtal.de)

Rätselecke

12. Ich bin aus Stein und trage Namen,
erzähle Geschichten aus längst vergangenen Tagen.
Ich stehe auf einem besonderen Platz,
damit wir uns an Menschen erinnern, die hier lebten.

Der Jüdische Friedhof in Wössingen ist ein bedeutendes Zeugnis jüdischen Lebens in Walzbachtal und ein zentraler Ort des Erinnerns. Bereits ab dem Jahr 1530 werden erste jüdische Einwohner in Wössingen urkundlich erwähnt. Im Jahr 1802 war die jüdische Gemeinde auf zwölf Familien angewachsen und unterhielt eine eigene Synagoge.

Am 7. Mai 1872 beschloss der Gemeinderat die bürgerliche Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung, die zu diesem Zeitpunkt auf 87 Personen angewachsen war. Im Jahr 1885 lebten 99 jüdische Bürgerinnen und Bürger in Wössingen – dies entsprach rund fünf Prozent der damaligen Gesamtbevölkerung von 2.241 Einwohnern.

Die Genehmigung zur Anlage des jüdischen Friedhofs erfolgte am 29. November 1887 durch die Stadt Durlach. Der Friedhof wurde auf einer Fläche von etwa 12 Ar angelegt. Heute sind noch 46 Grabstätten erhalten, das letzte Begräbnis fand im Jahr 1936 statt.

In den folgenden Jahrzehnten kam es zu einer starken Abwanderung der jüdischen Bevölkerung, vor allem aus wirtschaftlichen und bildungsbedingten Gründen, hin zu größeren Städten. Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten noch in Walzbachtal lebenden, nicht geflüchteten jüdischen Menschen deportiert. Nur eine Person, Sara Fried, überlebte den Holocaust.

Der jüdische Friedhof ist heute das einzige sichtbare Zeugnis jüdischen Lebens in Walzbachtal, das die Zeit des Nationalsozialismus überdauert hat. Er steht als Mahnmal für die Geschichte der jüdischen Gemeinde und erinnert an die Verantwortung, Erinnerung und Menschlichkeit zu bewahren.

Eine Besichtigung des jüdischen Friedhofs ist nach vorheriger Kontaktaufnahme und Rücksprache mit der Gemeinde unter standesamt(at)walzbachtal.de möglich.

Bild eines Grabsteins vom Jüdischen Friedhof
© Gemeinde Walzbachtal
Bild eines Grabsteins vom Jüdischen Friedhof
© Gemeinde Walzbachtal
Archivfoto vom Jüdischen Friedhof
© Gemeinde Walzbachtal
Jüdischer Friedhof
© Vohburger
Archivfotos vom jüdischen Friedhof
© Gemeinde Walzbachtal