Boden- und Grundwasseruntersuchungen am Zementwerk Wössingen
Gemeindemitteilungen
Ergebnisse und weitere Schritte
Wie angekündigt, hat die Gemeinde Walzbachtal unabhängige Boden- und Grundwasseruntersuchungen auf dem Werksgelände von OPTERRA beauftragt. Ziel ist es, mögliche Belastungen fachlich einzuordnen und den weiteren Untersuchungsbedarf zu klären.
Was zeigen die Bodenuntersuchungen?
Bei den untersuchten Bodenproben ergaben sich nach den angewandten Bewertungsmaßstäben keine Hinweise auf eine schädliche Bodenveränderung. Diese Aussage bezieht sich ausschließlich auf die untersuchten Proben und Bereiche.
Was zeigen die Grundwasseruntersuchungen?
Am 28. September 2026 wurden an drei Grundwasserstellen auf dem Werksgelände Proben entnommen und ausgewertet. Die gemessenen Chromkonzentrationen im Überblick:
| Messstelle | Gesamtchrom | Chrom(VI) |
| Brunnen 1 | 10 µg/l | 13 µg/l |
| Brunnen 2 | 22 µg/l | 24 µg/l |
| GWM 5 | 13 µg/l | 16 µg/l |
*Die geringfügig höheren Messwerte für Chrom(VI) gegenüber Gesamtchrom sind auf unterschiedliche Analyseverfahren und die damit verbundenen Messunsicherheiten zurückzuführen. Nach Auskunft des Labors beträgt die angegebene Messunsicherheit des Verfahrens zur Bestimmung von Gesamtchrom rund 20 Prozent. Unter Berücksichtigung dieser methodischen Einflüsse ist davon auszugehen, dass das im Grundwasser nachgewiesene Gesamtchrom überwiegend als Chrom(VI) vorliegt.
An allen drei Stellen lagen die Gesamtchromwerte über dem Geringfügigkeitsschwellenwert (GFS) von 3,4 µg/l. Auch die Chrom(VI)-Werte überschritten den für den Wirkungspfad Boden–Grundwasser herangezogenen Prüfwert der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) von 8 µg/l.
Die Ergebnisse stimmen im Wesentlichen mit den aktuellen Messungen des Landratsamts Karlsruhe überein. Dessen längerfristige Messreihen zeigen seit 2014 wieder einen langsamen Anstieg der Chromwerte im Grundwasser.
Von fünf vorgesehenen Grundwasserstellen konnten drei beprobt werden. Bei Brunnen 3 und GWM 6 war die Probenahme aus technischen Gründen nicht möglich. Für diese beiden Stellen liegen aus dieser Untersuchung keine Ergebnisse vor.
Wie sind die Werte einzuordnen?
Für die Bewertung sind unterschiedliche Maßstäbe zu unterscheiden:
| Bewertungsmaßstab | Bewertungsmaßstab | Gesamtchrom |
| GFS-Wert im Grundwasser | 3,4 µg/l | Kein gesonderter Wert |
| BBodSchV: Prüfwert Boden–Grundwasser | 50 µg/l | 8 µg/l |
| Trinkwassergrenzwert derzeit | 25 µg/l | Kein gesonderter Grenzwert |
| Trinkwassergrenzwert ab 2030 | 5 µg/l | Kein gesonderter Grenzwert |
Die Bewertungsmaßstäbe haben unterschiedliche Anwendungsbereiche und sind nicht unmittelbar gleichzusetzen. Insbesondere handelt es sich bei den untersuchten Proben um Grundwasser und nicht um Trinkwasser. Aus diesen Messwerten allein lässt sich daher keine unmittelbare Aussage über die Trinkwasserqualität ableiten.
Nach Angaben des Landratsamts lag der Gesamtchromgehalt im zentralen Trinkwasser Walzbachtals in den vergangenen Jahren bei rund 1 µg/l. Auch zusätzliche Kontrollen des Wasserversorgers im Mai 2026 ergaben vergleichbare Werte. Nach Auskunft des Landratsamts ergab sich aus den ihm vorliegenden Erkenntnissen bislang keine Gefährdung des Trinkwassers.
Wie geht es weiter?
Die Gemeinde hat die bisherigen Untersuchungsergebnisse umgehend an das Landratsamt Karlsruhe als zuständige Behörde weitergeleitet.
Zusätzlich lässt die Gemeinde die weiteren Grundwassermessstellen durch ein unabhängiges Fachbüro untersuchen. Die Ergebnisse werden fachlich ausgewertet und anschließend veröffentlicht.
Das Landratsamt wird auf Grundlage der Gesamtergebnisse prüfen, ob weitere Untersuchungen oder Sicherungs- beziehungsweise Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind. Die Gemeinde wird den weiteren Prozess begleiten und über wesentliche neue Erkenntnisse informieren.