Information zur Filterstaubablagerung am ehemaligen Steinbruch Böhnlich

Gemeindemitteilungen

Rathaus in Wössingen Außenansicht mit blauem Himmel und Fahrradständer
© Gemeinde Walzbachtal

Information zur Filterstaubablagerung am ehemaligen Steinbruch Böhnlich

Die Beratungen des Gemeinderats am 21. September 2026 und die Informationen zur Filterstaubablagerung am ehemaligen Steinbruch Böhnlich haben bei vielen Menschen in Walzbachtal Sorgen ausgelöst. Diese Sorgen sind nachvollziehbar.

Die Gemeindeverwaltung hat diese Fragen deshalb zum Anlass genommen, die vorliegenden Informationen umfassend aufzuarbeiten, offene Punkte gegenüber Opterra und den zuständigen Fachbehörden anzusprechen und zusätzliche eigene Untersuchungen auf den Weg zu bringen.

Was ist bekannt?

Die Filterstaubablagerung besteht seit mehreren Jahrzehnten und ist als Altlast bekannt. Sie wurde bereits Ende der 1980er Jahre mit behördlicher Begleitung gesichert und wird seit vielen Jahren von den zuständigen Fachbehörden überwacht.

Nach den vorliegenden Informationen, erfüllt eine an die Ablagerung angrenzende Felswand ihre stützende Funktion nicht mehr ausreichend. Ziel der von Opterra, gemeinsam mit dem Landratsamt, geplanten Sanierung ist es, die Steilwand dauerhaft zu stabilisieren und damit auch die Sicherung der Ablagerung zu gewährleisten.

Laut Opterra wurde 2021 bei einer Begehung mit dem Landratsamt ein Austritt von Filterstaub an der Bruchwand festgestellt und die Sicherungsplanung abgestimmt. 

Trinkwasserversorgung

Nach schriftlicher Erklärung durch das Landratsamt vom 25.09.2026 ergibt sich nach dem derzeitigen Erkenntnisstand keine Gefährdung der öffentlichen Trinkwasserversorgung in Walzbachtal.

Nach den Untersuchungen der Stadtwerke Karlsruhe liegen die Chromwerte im Trinkwasser seit Jahren bei rund 1 µg/l. Damit liegen sie deutlich unter dem derzeit geltenden Grenzwert von 25 µg/l und auch unter dem ab 2030 geltenden Grenzwert von 5 µg/l. Dies wurde uns mit Schreiben vom 24. September 2026 von den Stadtwerken Karlsruhe mitgeteilt.

Darüber hinaus wird das Gesundheitsamt im Rahmen der regulären Routinekontrolle Anfang Oktober eine zusätzliche Untersuchung auf Chrom VI durchführen lassen. Die Ergebnisse werden nach Vorliegen entsprechend veröffentlicht.

Was ist mit den Werten im Grundwasser?

Unsere Trinkwasserbrunnen befinden sich südwestlich, auf der anderen Seite von Wössingen. Nach den vorliegenden Messungen der Werte unseres Trinkwassers durch die Stadtwerke Karlsruhe konnte aus den bisherigen Untersuchungsergebnissen bislang weder eine Gefährdung der öffentlichen Trinkwasserversorgung noch des rund 2,4 Kilometer entfernten Wasserschutzgebietes Weingarten-Walzbachtal-Jöhlingen abgeleitet werden.

Rund um das Zementwerk befinden sich, erweitert seit Ende der 1980er Jahre, inzwischen 13 Grundwassermessstellen. Diese werden im Rahmen des behördlich abgestimmten Überwachungskonzepts seit dieser Zeit überwacht und die Werte werden von Opterra in den geforderten Zyklen an das Landratsamt Karlsruhe zur Kontrolle weitergeleitet. 

Was unternimmt die Gemeinde?

Die Gemeindeverwaltung hat sich unmittelbar an Opterra und die zuständigen Fachbehörden gewandt und gemeinsam mit dem Gemeinderat Informationen und Unterlagen angefordert und vertiefende konkrete Fragen zur bisherigen Sicherung, zur Entwicklung der Steilwand, zu den bisherigen Untersuchungsergebnissen und zu den weiteren vorgesehenen Maßnahmen gestellt.

Gleichzeitig schafft die Gemeindeverwaltung eine eigene fachliche Grundlage: Zusätzlich zu den bisher regelmäßig laufenden behördlichen Untersuchungen wurden seitens der Gemeinde weitere Untersuchungen zu Boden, Wasser und Luft beauftragt. Damit soll ein eigener Blick auf die Situation gewonnen und eine zusätzliche belastbare Grundlage für die Bewertung geschaffen werden.

Auch die Fragen zur Feststellung von Filterstaubaustritten werden anhand der vorhandenen Unterlagen weiter aufgearbeitet. Wo Antworten fehlen oder Sachverhalte noch nicht abschließend geklärt sind, wird die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit dem Gemeinderat nachfassen und die notwendigen Informationen einfordern.

Entsprechend den behördlichen Auflagen wird Opterra weiterhin das Grundwasser an seinen 13 Grundwassermessstellen überprüfen müssen, dabei weiterhin relevante Schadstoffparameter einschließlich der Chromverbindungen untersuchen, die Entwicklung der Felswand überwachen und weiter den Behörden entsprechend berichten. Zudem wollen wir als Gemeindeverwaltung ausdrücklich ebenfalls darüber informiert werden, auch wenn wir im Verfahren nicht als zuständige Behörde gelten.

Die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat fordern umgehende Informationen, über wesentliche neue Erkenntnisse, was Opterra zugesichert hat. Hierbei geht es uns insbesondere um sofortige Maßnahmen zur Sicherung des aktuellen Zustands sowie eine schnellstmögliche Umsetzung der Sicherung der Felswand,

Das Konzept zur Stabilisierung der Felswand ist mit dem Landratsamt abgestimmt und liegt diesem vor. Dies wurde uns vom Landratsamt bestätigt. In unserer Gemeinderatssitzung vom 21.09.2026 haben wir aufgrund ungeklärter Fragen den Tagesordnungspunk zurückgezogen. 

Sobald die notwendigen Fragen geklärt sind, wird voraussichtlich der Tagesordnungspunkt erneut im Gemeinderat beraten werden müssen. 

Gemeinsam mit Gemeinderat pochen wir auf die notwendigen Sicherungsmaßnahmen, die schnellstmöglich umgesetzt müssen.

Uns ist wichtig, dass wir bei diesem Thema nicht nur auf Antworten warten, sondern dort, wo es möglich ist, selbst für zusätzliche Erkenntnisse sorgen und offene Fragen konsequent weiterverfolgen.

Die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat erwarten durch Opterra und die zuständigen Behörden Sofortmaßnahmen, durch die der Zeitraum bis zum Start des Sicherungsprozesses überbrückt werden kann. 

Die Aufklärung der Situation ist damit noch nicht abgeschlossen. Die weiteren Entwicklungen und Gespräche werden eng begleitet und die vorliegenden Erkenntnisse fortlaufend bewertet.

Unser gemeinsames Ziel ist klar: Wir wollen Gewissheit über die tatsächliche Situation und eine dauerhafte, sichere Lösung für Walzbachtal.

Über wesentliche neue Erkenntnisse werden wir die Öffentlichkeit informieren.