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Ehrengalerie Walzbachtal

Mit dem Einzug in das neue Rathaus wurde zusammen mit dem Gemeinderat der Aufbau einer Ehrengalerie vereinbart. Das Ziel dieser Galerie ist ein Blick auf die Geschichte Walzbachtals und die Darstellung und Würdigung verdienter Persönlichkeiten.
Denn „die Menschen, die hier leben, arbeiten und sich engagieren prägen die Entwicklung und das Gesicht unserer Gemeinde“, so Bürgermeister Karl-Heinz Burgey.

Die „Ehrengalerie Walzbachtal“ ziert die Wand gegenüber dem Sekretariat des Bürgermeisters

Am 29.06.2018 wurde die Galerie feierlich eröffnet und von zwei Walzbachtaler Musikerinnen der Jugendmusikschule Unterer Kraichgau an Querflöte und E-Piano musikalisch umrahmt.
Die Gemeinde baut heute auf sehr vieles auf, das in den vergangenen 47 Jahren, also in der Geschichte der Gemeinde Walzbachtal, geschaffen wurde und sich heute als gut, richtig und notwendig erweist, so Burgey.
Selbstverständlich ergibt sich daraus, dass die Bilder der beiden Altbürgermeister Siegbert Heckmann und Hans-Dieter Mahler die ersten in der Ehrengalerie sind. Beide haben in ihren 16 Jahren im Amt des Bürgermeisters „viel und erfolgreich gearbeitet und bleibende Spuren hinterlassen“, so der amtierende Bürgermeister Karl-Heinz Burgey.
Er dankte seinen Vorgängern, auch im Namen der Einwohnerschaft und des Gemeinderates, für ihre Arbeit und dafür, dass mit ihren Bildern der Aufbau der „Ehrengalerie Walzbachtal“ begonnen werden kann.

Bürgermeister a.D. Siegbert Heckmann und Bürgermeister Karl-Heinz Burgey
Bürgermeister a.D. Hans-Dieter Mahler und Bürgermeister Karl-Heinz Burgey

Die Rede von Bürgermeister Karl-Heinz Burgey im Wortlaut:

Meine Damen und Herren,
liebe Ehrengäste,
 
„Die Gemeinden sind der eigentliche Ort der Wahrheit, weil sie der Ort der Wirklichkeit sind.“
Diese Einschätzung stammt von Hermann Schmitt-Vockenhausen, 1923 – 1979, deutscher Jurist, Verleger, SPD-Politiker, Abgeordneter im Deutschen Bundestag, Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.
 
Unsere Gemeinde Walzbachtal wurde am 01.01.1971 aus der kommunalpolitischen Taufe gehoben. Vorausgegangen war ein intensiver und zeitweise kontrovers geführter Diskussionsprozess im Rahmen der Gebietsreform in der Region und in ganz Baden-Württemberg.
 
Dieser 01.01.1971 war ein massiver Einschnitt für die beiden zuvor eigenständigen und stolzen Dörfer Jöhlingen und Wössingen, die beide gemeinsam erstmals im Jahre 1024 urkundlich erwähnt wurden und danach eine wechselvolle Geschichte durchlebt haben.
 
Wenn nun die Gemeinden der „Ort der Wirklichkeit“ sind – wer prägt dann Entwicklung und Gesicht unserer Gemeinden?
In erster Linie sind es die Menschen, die hier leben, arbeiten, sich engagieren.
In der nächsten Ebene, dem örtlichen gesellschaftlich-sozialen System, sind es Organisationen und Einrichtungen, wie Schule, Kirchen, Vereine, Unternehmen – mit ihren jeweiligen Aktiven und ihren Führungspersönlichkeiten.
Im politischen System werden die Akteure und ihre Aufgaben – auf der Grundlage von Art. 28 des Grundgesetzes – definiert in der Gemeindeordnung Baden-Württemberg (GemO). Die GemO bezeichnet die Gemeinde als Grundlage und Glied des demokratischen Staates, deren Wesen dadurch gekennzeichnet ist, dass sie in bürgerschaftlicher Selbstverwaltung das gemeinsame Wohl der in ihrer Gemeinschaft lebenden Menschen fördert. Der Wirkungskreis der Gemeinde ist umfassend für alle öffentlichen Aufgaben, die das Wohl ihrer Einwohner betreffen. Verantwortliche Organe der Gemeinde sind Gemeinderat und Bürgermeister.
 
Der Bürgermeister hat in der Gemeindeordnung Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung und Bedeutung:
Er ist Vorsitzender des Gemeinderates, Leiter der Gemeindeverwaltung und vertritt die Gemeinde nach außen.Er wird von den Bürgern in allgemeiner und unmittelbarer Wahl gewählt. Er hat damit auch eine besondere Autorität.
 
Wir wollen jetzt, im Jahr 2018, zurückblicken auf die „Geschichte Walzbachtal“ seit 1971. Wir sind dabei aufzuarbeiten, wer in Gemeinderat und Kreistag für die Gemeinde in dieser Zeit gearbeitet hat, und blicken heute besonders auf die Bürgermeister der Gemeinde in dieser Zeit.
 
Mit Bezug des neuen Rathauses haben wir mit dem Gemeinderat den Aufbau einer „Ehrengalerie“ vereinbart. Eine Ehrengalerie kann es in verschiedensten Bereichen geben, z.B. bei Vereinen, Organisationen, Unternehmen, auch in öffentlichen Verwaltungen. Ziel ist die Darstellung und Würdigung verdienter Persönlichkeiten.
 
In unsere „Ehrengalerie Walzbachtal“ gehören zunächst die Bürgermeister der Gemeinde.
Die Aufgaben und Anforderungen haben sich im Laufe der Jahrzehnte erheblich verändert. Ein Bürgermeister kann nur im Zusammenwirken mit dem Gemeinderat erfolgreich sein, er muss sich auch immer orientieren an aktuellen Rahmenbedingungen – aber er soll Motor und Koordinator, Visionär und Verwalter sein.
Wir bauen heute auf sehr vieles auf, was in dieser Zeit in der Gemeinde geschaffen wurde und sich heute als gut, richtig und notwendig erweist.
Blicken wir also auf die bisherigen Bürgermeister Walzbachtal – und fragen, was sagt die Weisheit über einen Bürgermeister?
 
„Wenn der Bürgermeister seine Pflicht tut, werden kaum vier da sein, die ihn mögen.“ (Martin Luther).

Erster Bürgermeister Walzbachtal: Siegbert Heckmann
Steckbrief:
Geboren:      1940
Beruf:           Diplom-Verwaltungswirt
1. Wahl:        14.03.1971
Amtszeit:      1971 – 1987
Anzahl Einwohner 1971: 7.180
 
Kennzeichnung und Typisierung der Amtszeit: „Aufbau und Neuausrichtung“,
Einige der wichtigsten Aufgabenbereiche und Erfolge:

Aufbau einer neuen Gemeindeverwaltung
Die Fusion zur neuen Gemeinde Walzbachtal war noch in der frühen Phase der Gebietsreform – Erfahrungswerte über die administrativen und organisatorischen Aufgaben einer Fusion lagen noch wenige vor.
Vorrangig mussten daher Struktur und Arbeitsorganisation für eine funktionstüchtige Gemeindeverwaltung aufgebaut und die Mitarbeiter aus zwei Rathäusern integriert werden; die Zusammenführung im Rathaus Wössingen und die Einrichtung einer Verwaltungsstelle in Jöhlingen waren nur mit erheblichem internen Aufwand möglich.
Im Oktober 1971 wurde im Rahmen der Kommunalwahl Baden-Württemberg erstmals ein Gemeinderat Walzbachtal gewählt. Mit diesem musste die Zusammenarbeit neu aufgebaut werden. Eine besondere Sensibilität lag darin, auf den Ausgleich zwischen den beiden Ortsteilen zu achten.
Der Aufbau Haushaltswesen und Finanzwirtschaft erfolgte nach den neuen Vorgaben des Landes Baden-Württemberg.
 
Repräsentation der neuen Gemeinde im kommunalen Umfeld
Die neue Gemeinde musste in Kreis und Region bekannt gemacht, repräsentiert und positioniert werden. Gleichzeitig war es eine sehr unruhige Zeit, da heftig um die Neugliederung der Landkreise gerungen wurde. Zum 01.01.1973 erfolgte dann die Neubildung des Landkreises Karlsruhe, dem auch Walzbachtal angehörte. Danach stand natürlich auch der Landkreis vor der Aufgabe, seine Verwaltung und die Zusammenarbeit mit den neu gebildeten Gemeinden zu organisieren.
Also waren die ersten Jahre auch keine leichte Zeit in der Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Landkreis.
 
Kinderbetreuung und Schule
Es gab zunächst nur den Katholischen Kindergarten in Jöhlingen, für den ein Neubau errichtet wurde (1974), und den Evangelischen Kindergarten in Wössingen. Mit den Kirchengemeinden wurden neue Vereinbarungen ausgearbeitet und abgeschlossen über die Finanzierung von Betriebskosten und Investitionen. Mit einem Betriebskostenzuschuss von 66,6 % lag Walzbachtal deutlich über dem damaligen Durchschnitt.
Für den Schulbetrieb ab Klasse 5 musste eine Standortentscheidung getroffen werden, wonach die Klassen der Haupt- und späteren Werkrealschule in Jöhlingen konzentriert wurden. Diese Entscheidung war für die Gemeinde unumgänglich, wurde dennoch von der Elternschaft Wössingen massiv abgelehnt und eine massive Belastung für die Zusammenarbeiten in den beiden Dörfern.
Räume und Ausstattung der Schule Jöhlingen wurden an die neue Anforderung angepasst. An der Schule Wössingen wurde eine Ampelanlage installiert, eine angrenzende Scheune zur „Pausenscheune“ ausgebaut und damit der Schulhof erweitert.
 
Soziales, Kirchen und Vereine
Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Kirchengemeinden wurde neu ausgerichtet, finanzielle Unterstützung gewährt für die Sanierung der Kath. Kirche St. Martin und der Ev. Weinbrennerkirche, ebenso zur Erschließung des Ev. Gemeindehauses, der Weinbrennerplatz wurde neu gestaltet.
Der Aufbau der Krankenpflegevereine in Wössingen und Jöhlingen wurde unterstützt, ebenso das DRK durch Bereitstellung von Räumen. Vereine wurden tatkräftig unterstützt bei Grundstücksproblemen und Erschließungsmaßnahmen, Zufahrten und Parkplätzen.
Für alle Vereine wurden erstmals neue Vereinsförderrichtlinien erarbeitet und damit die Vereinsarbeit durch Zuschussregelungen verlässlich gefördert.
 
Gemeinde-Entwicklung und Schaffung von Planungsgrundlagen
Nach Vorgaben von Bund und Land wurden eine Reihe von Planungsgrundlagen für die kommunale Arbeit erstmals neu erarbeitet; z. B.
- Mitwirkung bei der Erstellung Regionalplan durch Regionalverband (1979)
Darin wurde u.a. eine „Grünzäsur“ zwischen Jöhlingen und Wössingen festgelegt und damit der  Gemeinde die Möglichkeit für eine bauliche Entwicklung zwischen den Ortsteilen dauerhaft genommen. Dies war für die Kommunalpolitik keine einfache Situation, wenn man bedenkt, dass das Ziel der Fusion auch war, eine neue Ortsmitte zwischen den Dörfern zu gestalten.
- Aufstellung erster Flächennutzungsplan (1986)
- Erstmalige Erarbeitung Generalentwässerungsplanung
- Erstmalige Globalberechnung für Wasserversorgung (1986)
- Parallel lief der Abschluss Flurbereinigung Jöhlingen (bis 1975) und die Einleitung Flurbereinigung Wössingen – Dürrenbüchig (ab 1976)
 
Für die Bereitstellung von Flächen für Wohnen und Gewerbe wurden
Bau- und Gewerbegebiete geplant und erschlossen, z.B.
- Vorne zu Schäferloch (1975 - 1978)
- Attental-Abrundung (1975 – 1977)
- Bollanden-Erweiterung (1973 – 1976)
- Grund rechts und links (1976 – 1982)
- Hinter der unteren Kirche (1973 – 1974)
- Kirch- / Burgstraße (1983 – 1986)
- Gewerbegebiet „Bitschengässle“ (1975 – 1976)
Planungsleistungen und vor allem auch die Abrechnung und Beitragserhebung wurden nicht an Fachbüros vergeben, sondern mussten im Rathaus selbst erarbeitet werden.

Natur und Umwelt hatten noch nicht den späteren Stellenwert und rechtlichen Rahmen; dennoch war die Gemeinde wirksam aktiv, z.B.
- Ausweisung Flächenhaftes Naturdenkmal „Sauweghohle“ (1986)
- Im Rahmen eines Bebauungsplanes Zementwerk wurde eine
  Rekultivierungsplan für den alten Steinbruch erarbeitet, erste
  Maßnahmen zur Rekultivierung auch umgesetzt.
- Abfallwirtschaft und Müllbeseitigung wurden nach gesetzlichen
  Vorgaben und in Abstimmung mit dem Landkreis neu geregelt,
  bestehende Müll- und Schuttplätze in der Gemeinde geschlossen.
- Die Renaturierung Walzbach und wasserführender Gräben wurde
  geplant und begonnen.
 
Verkehrswesen
Der Bau / Ausbau von Straßen war auch in dieser Zeit ein zentrales Thema; wichtige Maßnahmen waren z.B.:
- Ausbau Ortsdurchfahrt Richtung Stein und Königsbach
- Ausbau Bachweg Wössingen
- Ausbau Ortsdurchfahrt Jöhlingen der L 559 Richtung Weingarten
  (1976/77)
- Bau der Ortsumgehung Wössingen der B 293: durch geschicktes
  Verhandeln des Bürgermeisters und massiven Einsatz der
  Gemeinde und mit Unterstützung regionaler Abgeordneter konnte
  eine zügige Planung und Realisierung erreicht werden.
  Mit der Einweihung 1978 wurde die Ortsdurchfahrt Wössingen
  erheblich entlastet.
- Neue Zufahrt Zementwerk: durch geschicktes Verhandeln und
  Hartnäckigkeit des Bürgermeisters ist es gelungen, dass das
  Zementwerk auf eigene Kosten eine neue Zufahrt direkt zur L 571 a
  gebaut hat. Mit der Inbetriebnahme 1987 wurden nicht nur
  Wössinger- und Bruchsaler Straße, sondern der Ort vom gesamten
  Lieferverkehr des Werkes entlastet.
- Bahnverkehr: Nach den Feierlichkeiten zu 100 Jahre Kraichgaubahn
  (1979) wurden ernsthafte Pläne der Bundesbahn bekannt, die
  Bahnstrecke stillzulegen. Im Gegenzug wurden ab Mitte der 80´er
  Jahre bei AVG und Bundesbahndirektion Karlsruhe eine Konzeption
  für ein Pilotprojekt entwickelt, Bahnlinie Grötzingen - Bretten und
  Straßenbahnnetz in Durlach zu verknüpfen und mit
  Zwei-System-Fahrzeugen von der Stadt in die Region zu fahren.
  Die Gemeinde Walzbachtal hat dieses Projekt von Anfang an
  engagiert vertreten und unterstützt.
 
Infrastruktur der Gemeinde – auch hier ausgewählte Bereiche:
- Für die Feuerwehr wurden die beiden selbständigen Wehren zu
  einer Wehr Walzbachtal organisatorisch zusammengeführt (1974),
  das Feuerwehrhaus Jöhlingen neu gebaut (1983) und Fahrzeuge
  und Ausstattung beschafft
- Der Bauhof wurde neu errichtet, organisiert und mit Fahrzeugen
  und Personal ausgestattet
- Bau eines Hallenbades – wurde kontrovers diskutiert,
  dann abgelehnt; als Ersatz wurde neuartig in der Region ein
  „Badebus“ eingeführt.
- Für die Abwasserreinigung wurde durch den Abwasserverband
  eine Kläranlage gebaut (1975), dazu ein Kanalsystem weiter
  aufgebaut.
 
- Für den Kirchplatz Jöhlingen wurde ein Bau- und Sanierungskonzept
  erarbeitet, nach intensiver und kontroverser Diskussion in der
  Gemeinde u.a. der Erhalt des Speyerer Hofes entschieden und die
  Sanierung in Regie der Gemeinde durchgeführt (1984 – 1987).
- Für Schul- und Vereinssport wurde in Jöhlingen bei der Schule eine
  neue Sporthalle geplant, energische Widerstände und Klagen von
  Anwohnern gegen den Bebauungsplan überwunden, sodass 1985
  mit dem Bau der Halle begonnen werden konnte.
 
Begleitende Aktivitäten von Bürgermeister Heckmann im öffentlichen Bereich und im Interesse der Gemeinde waren insbesondere:
- Mitglied im Kreistag Landkreis Karlsruhe (1971 – 1989)
- Mitglied im Kuratorium Denkmalstiftung Land Baden-Württemberg
- Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Raumordnung Deutscher Gemeindetag
- Mitarbeit im Gemeindetag Baden-Württemberg, u.a.
  Stellvertretender Vorsitzender Kreisverband Karlsruhe
  Vorsitzender Bauausschuss Gemeindetag B-W
  Mitglied Landesfeuerwehrbeirat B-W
  Mitglied im Landesvorstand Gemeindetag B-W
 
Für die vielfältigen Arbeiten erhielt Bürgermeister Heckmann hohe Auszeichnungen:
- Freiherr-vom-Stein-Medaille des Gemeindetages (1986)
- Feuerwehrmedaille in Gold durch den Deutschen Feuerwehrverband (1987)
 
Siegbert Heckmann hat in und für die Gemeinde viel und erfolgreich gearbeitet, er hat „bleibende Spuren“ hinterlassen.
Für diese engagierte Arbeit für die Gemeinde sage ich an dieser Stelle im Namen der Einwohnerschaft, des Gemeinderates und ganz persönlich ein herzliches „Dankeschön“ für 16 Jahre Bürgermeister Walzbachtal!
 
Ich freue mich sehr, dass wir mit seinem Bild den Aufbau der „Ehrengalerie Walzbachtal“ beginnen können.
 
Zweiter Bürgermeister Walzbachtal: Hans-Dieter Mahler
Steckbrief:
Geboren:      1945
Beruf:           Diplom-Volkswirt
1. Wahl:        05.04.1987
Amtszeit:      1987 – 2003
Anzahl Einwohner 1987: 7.234
 
Kennzeichnung und Typisierung der Amtszeit: „Wandlung und Spezialisierung“,
Einige der wichtigsten Aufgabenbereiche und Erfolge:
 
Kinderbetreuung und Schule
In der Kinderbetreuung standen tiefgreifende Veränderungen an:
Durch Rechtsanspruch für Kinder ab 3 Jahren, qualitative Änderungen in der pädagogischen Arbeit und eine steigende Nachfrage mussten weitere Plätze geschaffen und Räume bereitgestellt werden.
Die Gemeinde war nicht nur gesetzlich zur Schaffung von Plätzen verpflichtet, sondern wurde jetzt auch Betriebsträger. In Wössingen entstand die kommunale Einrichtung „Moby Dick“ (1997), in Jöhlingen die kommunale Einrichtung „Arche“ (1996). Damit war Walzbachtal eine der ersten Gemeinden in der Region, die allen Kindern ab 3 Jahre einen Kita-Platz anbieten konnte.
In Jöhlingen wurde die Renovierung der Alten Schule abgeschlossen (1988), die Hauptschule durch die Einrichtung einer Werkrealschule pädagogisch aufgewertet, in der Folge wurde für notwendige Fach- und Klassenräume ein Erweiterungsbau errichtet (1998). Zur Verbesserung der Raumsituation wurde in Wössingen ebenfalls ein Erweiterungsbau errichtet (2002), mit Foyer und Fachräumen.
 
Soziales, Kirchen und Vereine
Für Schul- und Vereinssport wurde in Wössingen die Schulsporthalle zur Mehrzweckhalle erweitert, die „Böhnlichhalle“ 1992 in Betrieb genommen. Parallel dazu hat die Gemeinde der Tischtennisgemeinschaft die Errichtung ihres Vereinsheimes ermöglicht.
Vereine wurden durch Einzelmaßnahmen unterstützt, z.B. auch durch die Überlassung von Grundstücken.
Für Sozialarbeit wurde eine eigene Stelle in der Gemeindeverwaltung eingerichtet.
Für die offene Jugendarbeit wurde ein Jugendzentrum in den Räumen des Wössinger Hofes gegründet.
Die Seniorenbetreuung wurde Thema in der öffentlichen gesellschaftlichen Diskussion, die Anforderung nach Schaffung von Plätzen für „Betreutes Wohnen“ kam auf. Mit Unterstützung durch die Gemeinde konnte das erste Seniorenzentrum „Kronengarten“ (1998) durch private Investoren errichtet werden – es bot Heim für Betreutes Wohnen, Sozialstation und Tagespflege. Damit war Walzbachtal vorbildlich im Landkreis und der erste Baustein geschaffen für das heute in Landkreis und Region anerkannt hervorragende und umfassende System der Seniorenbetreuung in der Gemeinde.
 
Als sehr wichtige Komponente zur Ausgestaltung des gesellschaftlichen und sozialen Lebens in der Gemeinde wurden die Straßenfeste wieder belebt und von der Gemeinde unterstützt; auf Initiative der Gemeinde wurde ein „Kleiner Kulturkreis“ gegründet, der mit Veranstaltungen verschiedenster Art das Ortsgeschehen bereicherte.
Nach einer längeren Planungsphase wurde beschlossen, eine Gemeindepartnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Bácsbokod einzugehen – der Partnerschaftsvertrag wurde 1993 abgeschlossen. In der Folge wurde in Walzbachtal ein Partnerschaftsverein gegründet und viele Begegnungen und Austausche organisiert.

Gemeinde-Entwicklung hat viele Aspekte und Themenbereiche, z.B.
- Sanierungsgebiet Wössingen wurde eingerichtet, und mit erheblichen
  Zuschüssen des Landes Baden-Württemberg u.a. Blo, Wössinger und
  Seestraße neu gestaltet.
- Sanierungsgebiet Jöhlingen Ortsmitte wurde anschließend eingerichtet,
  u.a. mit der Neugestaltung des Kirchplatzes Jöhlingen (1998 – 2003).
- Im Bereich neuer Medien war die Gemeinde engagiert; bereits im Jahr
  2000 ging der erste Internetauftritt der Gemeinde in Betrieb.
- Der Wössinger Hof wurde saniert und 1991 für die Öffentlichkeit zur
  Nutzung zur Verfügung gestellt.
 
Bereitstellung von Flächen für Wohnen war weiterhin ein großes Thema:
Durch den starken Zuzug in die Region Karlsruhe stieg auch der Druck auf die
Gemeinde, weitere Baugebiete zu planen, bzw. zu erschließen, z.B.:
- Kreuzäcker wurde fertiggestellt (1985 – 1990)
- Halle (1988 – 1991)
- Auf dem Daubmann (1991 – 1998)
- Die Planung wurde eingeleitet für die Baugebiete „Gageneck“ und
  „Wössingen Nord“
 
Natur und Umwelt waren zunehmend Themen der öffentlichen Diskussion und im Bewusstsein der Menschen, die gesetzlichen Vorgaben und Schutzbestimmungen wurden schrittweise erheblich erweitert.
Die Gemeinde hat dieses Thema aktiv aufgegriffen und gestaltet, z. B.:
- Betriebsführung Zementwerk, mit Ablagerungen Filterstaub, Emissionen
  Staub und Abgase, Verbrennung von Zuschlagstoffen (wie Altöl, Reifen)
- Rekultivierung des Walzbachs und des Erlachgrabens wurden weitergeführt;
  dafür hat die Gemeinde 1989 auch den Umweltpreis des Landkreises
  Karlsruhe erhalten.
- Ein Biotopvernetzungskonzept wurde erarbeitet und umgesetzt, eine große
  Zahl von Biotopen, Schutzgebieten und Naturdenkmalen ausgewiesen und
  entsprechende Pflegemaßnahmen geplant.
- Gemeinsam mit sehr aktiven ehrenamtlichen Mitbürgern
  (u.a. organisiert in der „AGNUS“) wurden viele Einzelaktionen durchgeführt,
  z.B. im Bereich „Hungerquelle“ oder Anlegen „Himmelsteich“.
- Für die Gesamtaktivitäten im Umwelt und Naturschutz erhielt die Gemeinde
  den Umweltschutzpreis des Landes Baden-Württemberg (1995).
 
Verkehrswesen
Die Gemeinde hat das Projekt „Stadtbahn Karlsruhe – Bretten“ konsequent unterstützt; zur Finanzierung der Baumaßnahmen und Beschaffung der Fahrzeuge wurden Verträge abgeschlossen, durch die sich die Gemeinde auch zur erheblichen finanziellen Beteiligung verpflichtet hat. Die Stadtbahnlinie S 4 konnte 1992 eingeweiht werden – dies war mit Sicherheit eine der wichtigsten Strukturmaßnahmen für Gemeinde und Region in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 2002 wurde auf massives Drängen der Gemeinde noch die vierte Haltestelle „Wössingen Ost“ gebaut.
 
Infrastruktur der Gemeinde war ein weiteres Aufgaben- und Arbeitsfeld:
- Der neue Friedhof Jöhlingen wurde geplant und angelegt, später durch
  den Neubau einer Aussegnungshalle ergänzt (2003).
- Auf der Basis der 1984 genehmigten Generalentwässerungsplanung
  wurden erste Regenüberlaufbecken errichtet.
- Das Rathaus war zu klein und hatte erhebliche funktionale und bauliche
  Mängel, auch damals bereits gab es massive Mängel im Bereich des
  vorbeugenden Brandschutzes. Begleitet durch intensive Diskussionen
  im Gemeinderat wurde eine Planung erarbeitet zur Generalsanierung und
  Erweiterung des Gebäudes; nach negativen Ausschreibungsergebnissen
  wurden diese Pläne allerdings nicht weiterverfolgt.
- In der Gemeindeverwaltung wurde der EDV-Einsatz in alle Aufgabenbereiche
  ausgedehnt.
 
Begleitende Aktivitäten im öffentlichen Bereich und im Interesse der Gemeinde:
Mitglied im Kreistag Landkreis Karlsruhe (1989 – 2004)
 
Hans-Dieter Mahler hat in und für die Gemeinde ebenfalls viel und erfolgreich gearbeitet, auch er hat „seine Spuren“ hinterlassen.
 
An dieser Stelle sage ich im Namen der Einwohnerschaft, des Gemeinderates und ganz persönlich nochmals ein herzliches „Dankeschön“ für 16 Jahre Bürgermeister Walzbachtal.
Dieser Dank kommt auch zum Ausdruck durch die Aufnahme in die „Ehrengalerie Walzbachtal“.