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Walzbachtaler Anekdoten

Der Reiter ohne Kopf

Wenn man in Wössingen die Kirchstraße entlang zum unteren "Herdweg" geht, kann man kurz vor dem "Trillerwegle" in der Stützmauer vor dem Hause Mössner bei sehr genauem Hinschauen zwei eingearbeitete Steine erkennen. Die Sage bezeichnet die dargestellte Figur mit Jahreszahl als "Reiter ohne Kopf“. Danach sollte hier ein Reiter, wahrscheinlich ein Kurier, (der untere Herdweg führt mit seiner
Verlängerung auf die alte Römerstraße in Richtung Pforzheim) ermordet worden sein. Diese Untat soll alsdann im Stein festgehalten worden sein. Später will man den "Reiter ohne Kopf" auch an anderen Stellen zu gewissen Zeiten habe "umgehen" sehen. Bei näherem Hinsehen ist diese schauerliche Erzählung jedoch nicht ganz stichhaltig. Zum Zeitpunkt der Jahreszahl (1583) stand nämlich diese Stützmauer noch gar nicht. Aber etwas anderes war damals vorhanden. Genau gegenüber dieser Mauer befand sich der damalige Friedhof zum Trillerwegle und "Unteren Herdweg". Etwas später, nach der Schließung des Friedhofs, verlängerte man die Kirchstraße gerade bis zum Trillerwegle. Dadurch wurde das Gelände dorfeinwärts zu abschüssig. Es musste deshalb gestützt werden. Die Steine zur notwendigen Stützmauer nahm man, wo sie gerade am nächsten waren, so auch aus dem alten, 1822 geschlossenem Friedhof. Die beiden Steine sind sicherlich zwei alte Grabsteine von ehemals vornehmen Herren, denn die gewöhnlichen Untertanen konnten sich damals keine behauenen Steine als Grabschmuck leisten. Wahrscheinlich hatte der Zahn der Zeit bereits schon vor der Vermauerung den Kopf des dargestellten Reiters ausgelöscht.

Die Mondspritzer

Vor vielen Jahren schaute in Wössingen ein Bauer abends noch einmal nach seinem Vieh, bevor er sich zur Ruhe begab. Im Schweinestall sah er eine außergewöhnliche Helligkeit und vermutete einen Brand. Kopflos alarmierte er die Feuerwehr. Man spritzte zunächst große Wassermassen oben zum Stall hinein. Der Brand wollte nicht nachlassen. Ein beherzter Feuerwehrmann riss schließlich die Stalltür auf, damit man nicht mehr nur durch die obere Öffnung spritzen müsse. Was entdeckte man nunmehr? Die Helligkeit im Schweinestall war durch den zum Fenster hereinscheinenden Vollmond entstanden. Man hatte also den Mondschein bespritzt. Die lieben Nächsten nannten von da ab die Wössinger nur noch Mondspritzer. Der Übername blieb ihnen bis zum heutigen Tag.

Der Spuk am Hühnerberg

Auf dem Hühnerberg zwischen Wössingen und Jöhlingen war lange Zeit nachts um die Geisterstunde ein Lichtlein zu sehen. Kein Mensch wagte sich hierhin, um nach dem Rechten zu sehen. Eines Nachts ging einmal ein mutiger Mann an dem Geisterplatz vorbei und hörte die Worte: "Wo soll ich Ihn hintun?" Der mutige Mann antwortete : "Wo Du Ihn geholt hast!" Da sagte die geheimnisvolle Stimme: "Gott sei Dank, auf diese Antwort warte ich schon 1000 Jahre!" Seit dieser Zeit sah und hörte man nichts mehr von diesem Spuk.