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Waldbegehung des Walzbachtaler Gemeinderates

Am 13.07.2019 begrüßte Bürgermeister Karl-Heinz Burgey die Mitglieder des alten und des neuen Gemeinderates sowie erfreulich viele interessierte Einwohner zu einer außerordentlichen Sitzung des Gemeinderates mit Waldbegehung am Parkplatz „Lange Richtstatt“. Er begrüßte ebenso die Vertreterin der Forstdirektion Bruchsal, Frau Michelle McCutcheon, und den Förster des Walzbachtaler Reviers, Herrn Christian Wachter, die beide den Sachvortrag bei dieser Waldbegehung übernahmen. Das Wetter mit Nieselregen stand in starkem Kontrast zur Thematik der Sitzung, die sich mit den Folgen des extrem trockenen Sommers 2018 beschäftigte.

Schäden durch Trockenheit

An mehreren Stellen im Gemeindewald im Gebiet der „Langen Richtstatt“ zeigten die Forstvertreter dem Gemeinderat und den anwesenden Zuschauern die Auswirkungen des sehr trockenen Sommerst 2018. Das Jahr 2018 sei noch trockener gewesen als das Rekordjahr 2003, hinzu sei gekommen, dass auch die Jahre 2015-2017 insgesamt trockener gewesen seien als die Vorjahre, sodass sich die Situation über längere Zeit hinweg verschlechtert habe. Erste Anzeichen seien bereits im Jahr 2018 zu sehen gewesen, richtig abschätzen habe man die Situation aber erst 2019 nach dem Frühjahr und dem Keimen der neuen Blätter können. Mittlerweile seien die Schäden unübersehbar. Dies sei vor allem im Buchenbestand im Gemeindewald der Fall. Die Buche sei mit mehr als 50 Prozent Anteil die wichtigste Baumart im Gemeindewald. Hinzu komme im Bereich der Nadelbäume, dass durch die Trockenheit der Borkenkäfer schwere Schäden anrichten könne, gegen die sich die Bäume nicht wehren könnten.

Förster Wachter erläuterte die Standorte im Gemeindewald, die durch die Trockenheit besonders betroffen seien. Hierbei handele es sich vor allem um Standorte, in denen die Böden keine gute Wasserspeicherfähigkeit besäßen. Die nun herrschenden Niederschläge könnten die zu sehenden trockenen Baumkronen nicht mehr retten, sie würden weiter dürr bleiben. An Waldrändern und in lichten Waldbereichen könne man auch Rindenbrand an den Buchen beobachten, durch den die Buchen austrocknen und brüchig würden. Dies habe große Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit für die Mitarbeiter des Forstbetriebs der Gemeinde und für die Verkehrssicherheit im Wald, auf den Waldwegen und auch auf den Straßen, die durch den Gemeindewald führen würden. Die Aufarbeitung der Schäden werde durch die Gefährdungen schwieriger, dazu werde es an den Straßen, wie an der B 293 am Jöhlinger Buckel, aufgrund der Baumfällungen zu Sperrungen kommen. Dies könne man leider nicht vermeiden.

Vorsicht geboten bei  Spaziergang im Wald

Förster Wachter betonte, dass der Wald nicht für die Allgemeinheit gesperrt sei. Er appellierte aber an die vielen Waldnutzer, bei Betreten des Waldes Vorsicht walten zu lassen.

Förster Wachter erklärte, dass diese Trockenheitssituation auch Auswirkungen auf den Holzmarkt habe, sodass man in den kommenden Jahren mit steigenden Kosten für die Waldbewirtschaftung und sinkenden Holzerträgen zu rechnen habe. Bürgermeister Burgey erklärte, das Ziel sei, die schwarze Null zu halten.

Frau McCutcheon erklärte, man müsse für die Zukunft durch Anpflanzung neuer Baumarten versuchen, den Gemeindewald kleinteiliger aufzustellen. Die Buche werde auch zukünftig die vorherrschende Baumart im Gemeindewald bleiben, für die Flächen mit wenig Wasserspeicherpotenzial müsse man aber geeignetere Baumarten suchen.